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Online-Training vs. Präsenztraining - ein kritisches Fazit

Können Sie sich noch an das Jahr 2019 erinnern? Die Vor-Covid-Zeit... Trainings fanden offline statt, Seminarräume waren chronisch überbucht und Reisekostenabrechnungen ellenlang. Wie sich das alles in nur drei Jahren verändert hat... Im Jahr 2023 findet nach wie vor ein Großteil unserer Lern-Events online statt.

Bevor wir uns jedoch mit der neuen Zeitrechnung/dem neuen Jetzt/dem aktuellen Status Quo vollständig arrangieren, bietet sich eine kritische Reflektion an: Es ist Zeit für ein qualifiziertes Feedback zu den Grenzen und Möglichkeiten von Online-Trainings! Aufgeteilt nach positiv, neutral und negativ. Aber lesen Sie selbst...

This is why we love the new online training world!

  1. Online-Trainings sind preiswerter [#fehlendeReisekosten] und schneller zu organisieren.
  2. Auch die Thematik fehlender Seminarräume, welches den ein oder anderen unserer Kunden durchaus beschäftigt hat, ist in der Online-Welt auf einmal nicht mehr der Rede wert: Ein Klick genügt, um einen, zwei, nein zehn neue [virtuelle] Seminarräume entstehen zu lassen. Ein Traum!
  3. Besonders positiv möchte ich hervorheben, dass wir aufgrund der neuen Möglichkeiten deutlich mehr gemeinsame Trainings - über den gesamten Globus hinweg - organisieren konnten: Ein Team aus Berlin und Shanghai gemeinsam trainieren? Mittlerweile positiver Alltag! Dadurch war es uns möglich, deutlich mehr Verbesserungen bei unseren Kunden zu bewirken. Schließlich sind interkulturelle Trainingsmaßnahmen immer dann am wirkungsvollsten, wenn alle Beteiligten an einem - virtuellen - "Tisch" sitzen und wir gemeinsam über Verbesserungen sprechen.

Neutrale Erkenntnisse I

Producer_innen sind mittlerweile nur noch nice-to-have.

Vor allem im ersten Jahr setzten wir bei Online-Training sehr oft Producer_innen ein, deren Hauptaufgabe die technische Unterstützung war. Von diesem Trend sind wir bereits seit Monaten abgekommen. Hauptsächlich weil unsere Expert_innen mittlerweile so versiert mit den einzelnen Plattformen sind, dass eine zusätzliche Unterstützung lediglich noch nice-to-have ist.

Hybride Trainings sind wie Populisten: Sie klingen vielversprechend, halten aber - wenn es drauf ankommt - wenig. ;-)

Bei einem hybriden Training befindet sich ein Teil der Gruppe, gemeinsam mit der Trainerin oder dem Trainer, in einem klassischen Präsenztrainingsraum. Hybrid wird es, weil sich weitere Teilnehmende über eine Online-Plattform zuschalten.

Um bezüglich dieser Thematik wirklich ins Detail zu gehen, fehlt mir in diesem Format leider der schriftstellerische Platz. Ich möchte nur so viel sagen: So verlockend eine hybride Durchführung auch klingen mag, bitte tun Sie es nicht! ... Die Hintergründe meiner Empfehlung können interessierte Leser_innen sehr gern hier nachlesen.

Zwölf Teilnehmende sind mindestens zwei zu viel.

Während zwölf Teilnehmende offline sehr gut handelbar sind, ist eine so große Personenzahl online tatsächlich überdenkenswert. Hauptgrund hierfür ist die Aufmerksamkeit der Gruppe: In einem Online-Training müssen wir die Teilnehmenden viel öfter aktivieren, damit sie sich gesehen fühlen und nicht nebenbei andere Dinge erledigen. Dies kostet vor allem eines: Zeit.

Je mehr Teilnehmende wir in einem Online-Training haben, desto mehr Zeit müssen wir folglich fürs Aktivieren aufwenden. Diese Zeit fehlt letztendlich bei den Inhalten. Unsere Empfehlung lautet daher: acht Teilnehmende sind online optimal, zehn ist eine gute Zahl und bei zwölf Personen bleibt weniger Zeit für die Inhalte oder die Aufmerksamkeitsteuerung. Sie entscheiden, was Ihnen wichtig ist! ;-)

Neutrale Erkenntnisse II

Sechs Stunden online sind NICHT sechs Stunden offline.

Da wir gerade vom Thema "Zeit" sprechen... Bei einem Online-Training muss nicht nur mehr Zeit in das Aktivieren der Teilnehmenden investiert werden. Man verliert auch Zeit durch den Technikfaktor, denn - salopp gesagt - bei irgendwem klappt irgendetwas immer nicht.

Hinzu kommt, dass viele Online-Training gesplittet durchgeführt werden; beispielsweise 4 x 180 Minuten auf vier Tage verteilt. Auch dadurch geht Zeit verloren, denn man wird am Ende eines 180-Minuten-Moduls unweigerlich aus dem aktuellen Thema "herausgerissen" und muss sich zu Beginn des neuen Moduls neu einfinden; als Gruppe und im Thema.

Die Konlusio? Wir brauchen für die gleichen Inhalte online mehr Zeit als offline. Das sollte bei Ihrer Planung unbedingt bedacht werden!

Gesplittete Online-Trainings: Wenn, dann aber richtig!

Zu Beginn des Jahres 2020 führten wir beispielsweise 4 x 90 Minuten Online-Training durch; verteilt auf vier Tage. Davon sind wir jedoch längst abgekommen, da fürs Ankommen, fürs Bändigen der Technik, fürs Verabschieden, ... zu viel Zeit der knappen 90 Minuten verloren geht.

Unser heutiger Favorit sind Online-Trainings mit einer Dauer von 180 Minuten [beispielsweise 3 x 180 Minuten]. Auch hier "verliert" man durch den gesplitteten Ansatz Zeit, aber zumindest nicht so oft.

Und die Plattformen?

Zoom ist unsere absolute Nummer 1, weil die Software maximal einfach zu bedienen ist. Microsoft Teams hat bei den Funktionen stark aufgeholt, problematisch finden wir dabei nur,
dass externen Personen nicht die vollen Hostrechte übertragen werden können. So können Externe [wie unsere Trainer_innen] beispielsweise keine Break-out-Rooms in MS Teams starten.

Wir haben auch hierfür eine passende Lösung: Wir laden Ihre Teilnehmenden ganz einfach in unsere MS Teams-Umgebung ein. Da wir in diesem Fall selbst der Host sind, stehen alle Funktionalitäten zur Verfügung. Dennoch: Der 1. Preis in der Kategorie "Plattformen" geht eindeutig an Zoom.

Abgesehen davon sind viele der gefühlten 1.000 verschiedenen Online-Meeting-Plattformen aus dem Jahr 2020 mittlerweile in den Hintergrund verschwunden, was für uns keinen Verlust darstellt.

Interkulturelles USA-Training: Wir bieten Ihnen erfahrene Experten und aktuelles Wissen!

That's why we like on-site trainings a little more; depending on the situation!

Mehr Lerneffekt bei Präsenztrainings

Meine persönliche Einschätzung ist, dass das Ergebnis von Online- und Offline-Trainings für EINZELPERSONEN vergleichbar ist. Anders sieht es jedoch bei Online-Trainings mit MEHREREN TEILNEHMENDEN aus: Meiner Erfahrung nach kann der Lerneffekt hier bis zu 25 % geringer ausfallen.

Dies liegt an eingeschränkten Zeitvorräten [sechs Stunden online sind NICHT sechs Stunden offline] sowie an der Aufmerksamkeit der Teilnehmenden. Zudem sind auch nicht alle bahnbrechenden Übungen, Simulationen, Rollenspiele, ... 1:1 online durchführbar.

Die Teilnehmenden sind bei Präsenzformaten mehr "bei der Sache".

Leider haben wir in den letzten drei Jahren auch bemerkt, dass Teilnehmende die Kamera nicht einschalten und dass sie das Online-Training öfter verlassen, um nach einer halben oder ganzen Stunde zurückzukehren. Dies ist bei Präsenztrainings DEUTLICH weniger der Fall. Selbstverständlich sprechen unseren Expert_innen diese Situation gegenüber den Teilnehmenden an. Dennoch sind uns, als externem Dienstleister, hier oft die Hände gebunden; mehr als "freundlich bitten" können wir letztlich nicht tun.

Darf ich diesbezüglich ein Extrem-Beispiel mit Ihnen teilen? In einem denkwürdigen Online-Training saß eine unserer besten Expertinnen einen ganzen Tag lang neun Teilnehmenden gegenüber, die weder ihre Kamera aktiviert hatten noch haben sie mitgearbeitet oder auf Fragen geantwortet. DAS war mit Sicherheit keine angenehme Situation, die unsere Trainerin dennoch mit Bravour gemeistert hat [Abschlussnote für dieses Training: 1,17].

Stichwort: Mitarbeiterbindung

Präsenzveranstaltungen werden viel eher als Incentive wahrgenommen, als eine entsprechende Online-Weiterbildung.

Präsenzformate stärken informelle Netzwerke im Unternehmen.

Zu guter letzt soll unbedingt erwähnt werden, dass Präsenztrainings viel besser dabei helfen, Netzwerke im Unternehmen aufzubauen. Wo kommt der Techniker sonst mit der Entwicklerin, dem Rechnungswesen und dem Marketing zusammen, wenn nicht in einem gemeinsamen [on-site] Trainingsraum und den dazugehörigen Kaffeepausen?

Aktuelle Studien zeigen, dass solche abteilungsübergreifenden Netzwerke die Performance eines ganzen Unternehmens deutlich verbessern; auch fernab vom eigentlichen Trainingsthema. Frei nach dem Motto: "Den Peter kenn ich aus Training XY, ich ruf den mal kurz an und bitte um Hilfe/Feedback/einen frischen Blick von außen."

Die spannenden Hintergründe hierzu können Sie gern in diesem Artikel nachlesen.

Und das Fazit?

  1. Online-Trainings sind eine Bereicherung.
  2. Wir sollten die Grenzen und Möglichkeiten von Online- wie Offline-Trainings im Blick behalten und das richtige Format für die jeweiligen Lernziele wählen.
  3. Bei der Konzeption von Online-Trainings sollten wir die im Artikel genannten Aspekte einfließen lassen und dabei nicht primär auf die Kosten, sondern auf die Qualität achten. Denn nur ein gut konzipiertes Online-Training [mit ausreichend Zeit, einer passenden Personenzahl, ...] hat die Chance, an den Lerneffekt von Präsenzformaten heranzureichen.


Was sind Ihre Erfahrungen? Wir freuen uns auf Kommentare...

 

Ihr Markus Eidam

Viele Grüße, Ihr Markus Eidam

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